Aus dem Rittergut wurde ein Gourmettreff

23 Hotelzimmer im ehemaligen Pferdestall entstanden

Bedburg-Hohenholz (zi). Aus dem Kuhstall ist ein Restaurant auf zwei Etagen geworden, aus dem Pferdestall ein Hotel mit 23 Zimmern und Suiten. Das Gut Hohenholz liegt in der Nähe von Königshoven und ist so etwas wie eine kleine Insel inmitten eines riesigen Rekultivierungsgebiets. Die Abbaukante des Tagebaus lag nur 100 Meter entfernt. "Keiner hat geglaubt, dass die Bude hier stehen bleibt", sagt Eduard Hilger, dem nach 13 Monaten Grundsanierung die Erleichterung über die geglückte Investition anzumerken ist. Vier Millionen Euro hat der 44-jährige Kaufmann hier angelegt.

Seit März hat das Restaurant auf dem alten Rittergut aus dem 13. Jahrhundert geöffnet, und mit Sternekoch Kai Kinkel sorgt hier ein echter Spitzenmann für Qualität in der Küche. Nicht zuletzt um den strengen Auflagen des Denkmalschutzes zu genügen, hat Hilger soviel von dem alten Ambiente bewahrt, wie eben möglich war. Während Hilger und Axel Pfordt, die beiden Geschäftsführer der Gut Hohenholz Betreibergesellschaft, die sanierte Anlage zeigen, wird draußen noch ein Blitzableiter montiert: die neueste Auflage der Denkmalbehörden. Eine Besonderheit im Restaurant ist die Originaldecke, die laut Inschrift 1887 als Kölner Decke rund gegossen wurde. Schwere Eisenträger halten die Konstruktion, die von unten mit Steinen aus Grauwacke abgedeckt ist. Wo früher Kühe gemelkt wurden, tafeln jetzt die Gäste des Restaurants.

Konzipiert ist Gut Hohenholz als Tagungshotel mit Restaurant, das auch eine großzügige Außenterasse bietet. Während das Hotel Anfang Mai öffnen soll, wird in der Küche schon seit Anfang März gebrutzelt. "Am Wochenende ohne Reservierung zu kommen, ist zwecklos", sagt Pfordt, der selbst gelernter Koch ist und jahrelang als Manager in der Gastronomie tätig war. Bis Oktober lägen schon zahlreiche Buchungen für das Hotel vor, so Pfordt. Tagungsgäste finden entsprechende Räume für ihre Veranstaltungen vor. Mittwochs soll es Aktionstage mit verschiedenen Angeboten geben, zweimal im Monat sonntags Brunch. An den Aktionstagen wird alles zu moderaten Preisen geboten. "Jeder Gast ist hier willkommen", betont Axel Pfordt. Schließlich ist das Rekultivierungsgebiet am Weiler Hohenholz auch für Radler sehr interessant.

Mathias Johnen vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband hat es jetzt offiziell gemacht: Er überbrachte Pfordt und Hilger die Messingplakette, die sozusagen als amtliche Bescheinigung für vier Hotel-Sterne gilt. Die Zimmer sind schlicht, aber elegant und modern, im Erdgeschoss gibt es Zugang zum Garten Richtung Burggraben. Für Hochzeitspaare gibt es einen besonderen Service: das Standesamt Bedburg nimmt auf dem Rittergut, das vom Braunkohlebagger verschont wurde, Trauungen vor. Die schweren Absetzer, die am Horizont auf der Sophienhöhe zu sehen sind, scheinen jetzt zu einer anderen Zeit zu gehören.

Letzte Änderung: Montag, 30.04.2012 12:18 Uhr

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