Wir haben das Thema schon einmal im Sommer dargestellt. Nun stürzen sich die Fernsehanstalten wie RTL auf die zu breiten Autos. Deshalb hier noch einmal Anmerkungen zu einem für Autofahrer leidigen Problem.
Damit unsere Autobahnen in einem guten Zustand bleiben, müssen die Fahrbahnen saniert, erneuert oder verbreitert werden. Baustellen sind wirklich an der Tagesordnung. Sie bedeuten für Autofahrer mehr Stress, die Unfallgefahr erhöht sich deutlich. Besonders nervös machen dabei die Fahrbahnverengungen. Die linke Spur ist dabei oft nur maximal 2,50 Meter breit. An vielen Baustellen sieht man die Hinweisschilder, dass Fahrzeuge über 2,0 Meter Breite dort nicht fahren dürfen.
Waren es bis vor wenigen Jahren lediglich Vans, Gelände- oder Luxusfahrzeuge, die es auf über 2,0 Meter Breite brachten, trifft es heute schon Fahrzeuge ab der Golf-Klasse. Im Fahrzeugschein unter Ziffer 13 oder in der Zulassungsbescheinigung unter Ziffer 19 findet man zwar die Breite des Fahrzeugs, doch dieser Wert informiert - und das ist im Grunde eine amtlich Irreführung - über die Fahrzeugbreite ohne Außenspiegel.
Beim Überholen von Lkws wird es also schnell sehr eng. Ein kleiner Fahrfehler kann eine große Wirkung haben. Bodenunebenheiten, Spurrillen, eine unübersichtliche Verkehrsleitung sowie Nässe, Glätte, Regen und Schnee bereiten vielen Autofahrern in Baustellen Probleme.
Wer nichts riskieren will, fährt so besser: Auf keinen Fall schneller als erlaubt fahren. Besser etwas mehr Zurückhaltung beim Gas geben. Und im Zweifelsfall lieber in der rechten Spur hinter den LKW bleiben. So viel langsamer fahren die in Baustellen auch nicht.
Viele Fahrzeuge wurden in den letzten Jahren deutlich breiter. Der zweite Außenspiegel, der vor vielen Jahren Pflicht wurde, hat die effektive Fahrzeugbreite deutlich erhöht. Doch statt die Fahrbahnbreite an den Baustellen an die breiteren Fahrzeuge anzupassen, kommt nun die Polizei darauf, zu breite Autos in Baustellen zu fotografieren und 20 Euro Bußgeld einzutreiben.
Einige Baustellen sind hierzulande allerdings schon mit Schildern ausgestattet, auf der die Breite auf der linken Baustellenspur auf 2.10 Meter erhöht wurde. So kommen die Modelle wie der Golf, der BMW 3er oder gar Fahrzeuge wie die Mercedes E-Klasse ungeschoren davon. Problematisch bleibt es für die meisten SUV und Geländewagen. Sie sind mit Spiegeln bis zu 2,20 Meter extrem breit.
Mein Tipp: In vielen Betriebsanleitungen findet man neben der "Behörden"-Breite auch die Angabe über das Maß inklusive der Außenspiegel. Die effektive Breite inklusive Außenspiegel kann man mit einem Zollstock durch die geöffneten Fenster selbst relativ leicht messen.
Meine Meinung dazu: Unsere regulierungswütigen Beamten einschließlich der hochbezahlten Kollegen in den EU-Kommissionen sollten endlich die effektive Fahrzeugbreite inklusive Außenspiegel in die Fahrzeugpapiere schreiben lassen. Die Fahrzeuglänge wird ja schließlich auch inklusive der Stoßstangen angeben.




