Ein Wespenstich kann lebensgefährlich sein

Was tun, wenn man gestochen wurde? Luftrettung gibt Tipps

Rhein-Erft-Kreis (lk). Im August und September summt und brummt es wieder allerorts. Herzhafte Speisen und Süßes zieht Wespen in Scharen an. Stechen sie zu, bleibt es in den meisten Fällen bei einem schmerzhaften Stich, im schlimmsten Fall kann es jedoch lebensgefährlich sein. Die DRF Luftrettung gibt Tipps, wie man sich vor Wespenstichen schützt und was zu tun ist, wenn man trotzdem gestochen wird:

1. Ruhe bewahren! Hektische Bewegungen machen die Tiere meist noch aggressiver.
2. Stark duftende Parfüms oder Haarsprays meiden! Die kleinen Insekten werden davon angelockt.
3. Nicht direkt aus der Flasche oder der Dose trinken! Am besten einen Strohhalm benutzen.
4. Nicht barfuss über Wiesen laufen! Wespen suchen dort vermehrt nach Nahrung.
5. Kommt es zu einem Stich, muss die Stelle sofort mit Eis gekühlt werden. Dies lindert den Schmerz und verhindert ein Ausbreiten des Giftes in den Körper.


Eine Gefahr bei Wespenstichen sind allergische Reaktionen, die im Extremfall lebensbedrohlich sein können. Beim so genannten anaphylaktischen Schock kann der Kreislauf innerhalb weniger Minuten komplett zusammenbrechen. Ist eine Allergie bekannt oder klagt der Gestochene plötzlich über starke Übelkeit, Atemnot oder Herzbeschwerden gilt es, über 112 den Notruf abzusetzen! Denn beim anaphylaktischen Schock ist höchste Eile geboten.
"Wenn der Betroffene noch bei Bewusstsein ist, sollten ihn Ersthelfer in die so genannte Schocklage bringen, also die Beine erhöht lagern, damit der Kreislauf stabil bleibt", erläutert Dr. Jörg Braun, Ärztlicher Leiter der DRF Luftrettung. Eine schnelle ärztliche Versorgung ist auch bei Wespenstichen im Hals- oder Rachenraum unverzichtbar: Durch das Zuschwellen der Atemwege kann Lebensgefahr bestehen. Ersthelfer sollten daher nicht nur den Notruf absetzen, sondern dem Ge-stochenen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Eis oder Eiswürfel zu lutschen geben. Die Kälte verhindert ein schnelles Voranschreiten der Schwellung. Wichtig ist außerdem, den Patienten zu beruhigen, denn Aufregung verschlimmert die Luftnot.

 

Tipps gegen Wespen
Im Internet finden sich einige Tipps, wie man gegen die schwarz-gelben Mitesser vorgehen kann:

Abschreckend sollen wirken:
- Eine mit Nelken bespickte Zitronenhälfte
- Frischer Basilikum
- In Salmiak getränkte Tücher
- Die ätherischen Öle Zitronella und Nelkenöl
- Räucherstäbchen
- Glühendes Kaffeepulver

Der Naturschutzbund empfiehlt die "Ablenkfütterung": Einfach eine Schale mit überreifen Weintrauben etwa 10 Meter vom eigenen Speise- oder Spielplatz aufstellen.

Auf keinen Fall sollte man Wespen erschlagen! Eine sterbende Wespe sondert einen Duftstoff ab, der andere Wespen anlockt. Auch das Wegpusten ist gefährlich: Das Kohlendioxid in der Atemluft macht die Tiere aggressiv.

Letzte Änderung: Dienstag, 30.08.2011 11:43 Uhr

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